Reiseführer Locmariaquer
Megalithen, Austern und die Mündung des Golfs
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Locmariaquer in der Bretagne, Frankreich, liegt auf einer kleinen Halbinsel, an der sich der Golf von Morbihan zum Atlantik öffnet. Der Hafen ist klein, und das Tempo passt dazu. Die Halbinsel gehört zum Regionalen Naturpark Golfe du Morbihan. Französische Urlauber kommen in diese Ecke der Südbretagne schon seit der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, wegen des beständigen Klimas, der Buchten und der Sandstrände. Seit den 1960er-Jahren hat der Tourismus rund um das Dorf an Bedeutung gewonnen.
Die meisten kommen wegen der Steine. Carnac ist nur 12 km entfernt und zieht die Reisebusse an, während ein Rezensent die Megalithanlage von Locmariaquer im Vergleich ruhig fand und ein anderer sie weniger besucht nennt als die Alignements von Carnac. Wer beides sehen will: In Carnac stehen die berühmten Reihen von Le Menec, Kerlescan und Kermario, dazu gibt es mitten im Ort ein Vorgeschichtsmuseum.
Als Nächstes lohnt die Pointe de Kerpenhir, wo der Atlantik in den Golf eintritt. Dort steht eine große Statue von Maria mit Kind, die an eine Legende erinnert, in der Maria Seeleute vor einem Sturm warnte. Rezensenten loben die Aussicht über den Golf und auf den Ortskern.
Der kleine Strand am Hafen taugt nicht wirklich zum Baden, also fahr lieber nach Süden oder Westen. Die Plage de Locmariaquer ist ein längerer Sandstrand im Süden mit Parkplätzen, öffentlichen Toiletten und einem Campingplatz, und sie geht in die Plage de la Falaise über. Rezensenten beschreiben die Falaise als langen Familienstrand mit Dünen hinter einem großen städtischen Campingplatz und einem Weg, auf dem du Schatten findest. Von dort siehst du die Inseln Houat und Belle Île. Die Plage de St. Pierre beim Dorf Saint-Pierre Lopérec ist ein weiterer Sandstrand im äußersten Südwesten.
Rund ums Dorf liegen auch kleinere Gräber. In Mané Lud gibt es ein Einzelgrab und ein Gruppengrab, die du mit einer Taschenlampe betreten kannst, und Mané er Hroëck ist ein Hügel, unter dem eine hochrangige Person mit Grabbeigaben bestattet wurde. Auch Mané er Hroëck besichtigst du mit Taschenlampe.
Auf dem Wasser gilt die Gegend als gutes Revier für Angler. Anbieter in der Nähe haben Angelführungen, Tauchen mit dem Centre de plongée H2JO, Katamarantouren und Segeln über die Société Nautique de Locmariaquer im Programm.
Zerbrochener Menhir und Dolmen: die Steingeschichte von Locmariaquer
Locmariaquer besitzt einige der bedeutendsten jungsteinzeitlichen Zeugnisse Europas, allen voran den zerbrochenen Menhir von Er Grah und gleich daneben den Dolmen Table des Marchands mit seinen Gravuren. Die Megalithanlage vereint drei Monumente: den Grand Menhir Brisé, den Dolmen de la Table des Marchand und den Tumulus d'Er Grah. Das Tripadvisor-Listing datiert sie zwischen 4700 und 3800 v. Chr., die deutsche Wikipedia nennt etwa 4200 v. Chr.; die Datierung hängt also davon ab, wen du fragst. Der Menhir gilt als größter bekannter Einzelstein, den Menschen der Jungsteinzeit bewegt und aufgerichtet haben. Heute liegt er in 4 Teilen am Boden. Warum er fiel, ist unklar: Unfall, bewusstes Umstürzen und ein Erdbeben werden alle genannt. Geh in die Table des Marchands hinein. Ein Gang führt zu einer unterirdischen Grabkammer mit teils gravierten Wänden, und zusammen mit dem Hügelgrab gibt sie Einblick in uralte Bestattungsriten. Laut deutscher Wikipedia wurden ältere große Menhire der Gegend wohl absichtlich umgestürzt und als Deckplatten in Dolmen wie Er Grah, Mané Lud, Mané Retual und Table des Marchand wiederverwendet. Nimm eine richtige Taschenlampe mit, denn Rezensenten sagen, das Handylicht reiche nicht. Spätere Schichten sind dünner. Spärliche römische Reste von Theater, Aquädukt und Bädern kamen bei Grabungen Ende des 19. Jahrhunderts zutage und wurden größtenteils wieder zugeschüttet. Der Staat kaufte die Megalithmonumente 1882 und stellte sie 1889 unter Denkmalschutz; Zacharie Le Rouzic grub Anfang des 20. Jahrhunderts mehrmals hier. Die Chapelle Saint-Michel steht auf den Fundamenten eines kleinen römischen Tempels, die Kirche Notre-Dame de Kerdro stammt aus dem 11. oder 12. Jahrhundert. Ihr romanisches Querhaus und die Apsis sind geschützt, und zwölf Glasfenster von 1960 werden für ihre Schlichtheit und Helligkeit gelobt. In Kerpenhir ersetzte 1962 eine Granitstatue der Jungfrau eine Statue von 1883, die die Deutschen im Zweiten Weltkrieg samt Fort zerstörten. Die Schriftstellerin Zénaïde Fleuriot ließ sich im 19. Jahrhundert in Locmariaquer nieder und verklärte den Ort in ihren Romanen.
Austern, Markttage und Bäckereien in Locmariaquer
Locmariaquer ist Austernland: Der Ort gehört zu den wichtigsten Austernregionen Frankreichs und ist für seine riesigen Belon-Austern bekannt, obwohl der Hafen selbst klein ist. Die Römer kannten die natürlichen Bänke der Plattaustern, doch die Zucht begann hier erst im späten 19. Jahrhundert, und die ersten Konzessionen am Fluss Auray wurden 1882 vergeben. 1973 und 1974 dezimierten Parasiten die Plattaustern im Golf, und die aus Japan stammende Crassostrea gigas trat an ihre Stelle. Pazifische Austern wachsen heute im Golf und im Fluss Saint-Philibert, Plattaustern vor allem in der Bucht von Quiberon. Rund dreißig kleine Betriebe sind übrig; sie verkaufen an Großhändler, Einzelhändler oder direkt an Verbraucher. Rezensenten schwärmen vom Austernessen am Wasser und von einem authentischen Austernerlebnis. Für Mittag oder die Pause am Nachmittag serviert ein Platz am Hafen Crêpes. Andere erwähnen ehrliche französische Landküche mit Sonntagsmittagessen, einen Burger und Bier mit Meerblick. Das Restaurant auf dem Campingplatz ist einfach, schnell und effizient. Markttag ist dienstags und samstags im Ortskern. Der Spar-Supermarkt hat Dienstag bis Samstag von 8:00 bis 12:30 und von 14:45 bis 19:30 geöffnet. Bei den Bäckereien bietet Boulangerie Anthony Pontgelard Artisan Pâtissier Sandwich-Menüs, die als Wandersnack taugen, und Boulangerie - Pâtisserie Bretonne L'atelier Du Pain ist der andere Name, den du dir merken kannst. Kauf vor dem Besuch der Megalithanlage ein, denn dort gibt es nichts zu essen oder zu trinken.
Anreise nach Locmariaquer: Zug bis Auray und die Fähre ab Port Navalo
Locmariaquer hat keinen Bahnanschluss, deshalb fährt man meist mit dem TGV bis Auray, rund 3 Stunden ab Paris Gare Montparnasse, und steigt dort in den Bus um. Mit dem Flugzeug wird es umständlicher. Der nächste Flughafen ist Lorient, doch aus dem deutschsprachigen Raum gibt es keine Direktflüge, du musst also in Paris umsteigen. Landest du ohnehin in Paris, ist der Zug ab Gare Montparnasse die andere Möglichkeit. Wer aus Deutschland mit dem Auto kommt, nimmt die Autobahn bis Rennes und folgt dann den autobahnähnlich ausgebauten Nationalstraßen N166 und N165 bis Auray. In Auray fährt auch der Bus für das letzte Stück ab, an der Stadt kommst du also auf jedem Weg vorbei. Weil kein Zug bis Locmariaquer selbst fährt, prüfe die Busverbindung in Auray, bevor du die Ankunftszeit deines TGV festlegst. Von Port Navalo auf der Halbinsel Rhuys fährt eine Fähre nach Locmariaquer und legt am Fähranleger im Ortsteil Le Guilvin an. Das ist die Route, die du dir ansehen solltest, wenn du auf der anderen Seite der Golfmündung wohnst. Weil du Auray sowieso passierst, verdient die historische Stadt etwas Zeit, und Vannes nennt deutsches Wikivoyage als weiteren Ausflug.
Rad, Boot und kurze Wege rund um Locmariaquer
Locmariaquer ist laut einem Rezensenten gut zum Radfahren geeignet: Du kannst sicher an der Küste entlangfahren, es gibt wenige Autos, und Parken ist einfach. Der Dolmen von Kercadoret liegt 4 km nordwestlich des Dorfes, ist klein und trotzdem beeindruckend und damit ein gutes Ziel für eine Radtour. Das Ganggrab Pierres Plates liegt südlich des Dorfes über der Plage de la Falaise, wo du am Strand entlanggehen oder den Weg nehmen und trotzdem Schatten finden kannst. Die andere Art, sich fortzubewegen, ist das Wasser. Mehrere Anbieter fahren von Locmariaquer aus Bootstouren im Golf von Morbihan. Vedettes d'Angélus hat Fahrten von 1 Stunde 20 Minuten bis 8 Stunden 30 Minuten im Programm, du kannst also zwischen kurzem Ausflug und ganzem Tag wählen. Le Passeur des Îles fährt nach Port Navalo und zur Île de Gavrinis, ILOCAP bietet individuell zugeschnittene Kreuzfahrten im kleinen Rahmen. La Corniche de Port-Navalo ist eine Küstenfahrt von der Seite Port Navalo. Gavrinis erreichst du auch per Boot von Larmor-Baden am Ostufer des Golfs, praktisch, wenn du aus dieser Richtung kommst.
Geld in Locmariaquer: was nichts kostet und wo du zahlst
In Locmariaquer braucht ein guter Teil dessen, weswegen du kommst, kein Ticket, und wer das weiß, muss am Eingang nicht raten. Der Dolmen du Mané Lud ist laut Rezensenten kostenlos zu besichtigen, ebenso die Megalithstätte Pierres Plates über der Plage de la Falaise. Eine kostenlose Führung um 15:00 an der Megalithanlage lobte ein Rezensent, der auch ein Besucherzentrum mit einem Shop für Bücher und Postkarten beschreibt. Die Table des Marchands und die übrigen Monumente der Anlage selbst sind der Teil mit Eintritt, Minderjährige unter 18 kommen frei hinein. Das übrige Geld fließt an Tisch und Wasser. Austern verkaufen die Betriebe direkt an Verbraucher, Restaurants und Bäckereien bekommen ihren Anteil, und Bootstouren unterscheiden sich je nach gewählter Dauer von 1 Stunde 20 Minuten bis 8 Stunden 30 Minuten. Bezahlt wird in Euro, wie überall in Frankreich. Weil die Megalithanlage weder Essen noch Getränke bietet, gib vorher in einer Bäckerei etwas aus. Manches Beste hier, etwa die Strände und die Aussicht von Kerpenhir, verlangt von dir nichts als Zeit.
Praktische Tipps für Locmariaquer: Zeiten, Taschenlampe, Feste
Locmariaquer verlangt ein wenig Planung, vor allem weil die Megalithanlage saisonale Zeiten hat, es dort nichts zu trinken oder zu essen gibt und du in dunkle Kammern hineingehst. Wann ist die Megalithanlage geöffnet? Grob von 10:00 bis 18:00 im Mai und Juni, im Juli und August etwas länger, von September bis April von 10:00 bis 12:30 und von 14:00 bis 17:15. Letzter Einlass ist 30 Minuten vor Schließung. Die veröffentlichten Sommerzeiten weichen leicht ab, einmal 18:30, einmal 19:00; prüfe die aktuellen Zeiten vor dem Besuch. Gibt es Schließtage? Laut Listing ist die Anlage am 1. Januar, 1. Mai und 25. Dezember geschlossen. Minderjährige unter 18 kommen frei hinein. Was sollte ich mitbringen? Eine richtige Taschenlampe für die Kammer der Table des Marchands, dazu eine kleine Lampe für Pierres Plates, Mané Lud und Mané er Hroëck, die du ebenfalls besichtigen kannst. Die Beschilderung von Mané Lud ist dürftig, der Eingang zeigt sich über eine moderne Treppe. Ein Picknick gehört auch in den Rucksack. Kann ich mich vor dem Eingang informieren? Das Besucherzentrum zeigt einen Einführungsfilm mit Kopfhörern in mehreren Sprachen. Ein Rezensent lobte eine kostenlose Führung um 15:00; frag dort nach, ob sie an deinem Tag stattfindet. Gibt es Feste? Die Kapelle Saint Gildas nördlich des Ortes feiert am letzten Sonntag im Juni ein Pardon und ein Fest Noz. Die 1772 erbaute Kapelle ist im Sommer und beim Pardon am ersten Sonntag im Juli zu besichtigen.
FAQ
Was enthält der Reiseführer Locmariaquer Guide?
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Der Reiseführer Locmariaquer Guide enthält 1 Orte: 1 Galerie.
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Reiseführer Locmariaquer liegt in Locmariaquer, Brittany, France (47.5700, -2.9442).
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Locmariaquer hat keinen Bahnanschluss, deshalb fährt man meist mit dem TGV bis Auray, rund 3 Stunden ab Paris Gare Montparnasse, und steigt dort in den Bus um. Mit dem Flugzeug wird es umständlicher. Der nächste Flughafen ist Lorient, doch aus dem deutschsprachigen Raum gibt es keine Direktflüge, du musst also in P…
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Locmariaquer ist Austernland: Der Ort gehört zu den wichtigsten Austernregionen Frankreichs und ist für seine riesigen Belon-Austern bekannt, obwohl der Hafen selbst klein ist. Die Römer kannten die natürlichen Bänke der Plattaustern, doch die Zucht begann hier erst im späten 19. Jahrhundert, und die ersten Konzess…
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