Gżira ist eine Stadt in Maltas Eastern Region, zwischen Msida und Sliema, außerdem an Ta' Xbiex. Der maltesische Name ist Il-Gżira, die Insel, nach Manoel Island im Hafen Marsamxett. Hier leben rund zwölftausend Menschen; jüngere Volkszählungen schwanken leicht von Jahr zu Jahr, und wie in St Julian's und Msida sind mehr Ausländer als gebürtige Malteser unter den Bewohnern. Die Stadt liegt am inneren Hafengürtel nahe 35,91 Nord und 14,50 Ost.
Das ist eine günstigere Basis zwischen Sliema und Msida, nicht Valletta selbst und nicht die Sliema Front als Kurort. Die Seeseite blickt über Marsamxett auf die ummauerte Hauptstadt, nachts beleuchtet, mit Manoel Island, dem Yachthafen und einem öffentlichen Garten im Vordergrund. Kappara liegt nah. Die Strandpromenade The Strand geht in Sliema weiter. Die Fähre Sliema nach Valletta kreuzt diesen Hafen tagsüber in etwa halbstündigem Takt; Festnächte laufen später. Die Landung ist die Sliema-Seite von Marsamxett, ein kurzer Gang am Wasser von Gżira.
Wer nach Gżira kommt, kommt wegen eines Betts, das weniger kostet als in Sliema, eines Wegs zur Universitätseite in Msida und eines Hafenblicks, für den man keine Sliema-Preise zahlte. Nachtleben, Einkaufen, der dichte Caféstreifen: Sliema und St Julian's. Sliema bleibt die dichteste Stadt der Insel und mit St Julian's der Hauptküstenort. Gżira war der Arbeitervorort. Im letzten Jahrzehnt ersetzen Wohnblöcke viele alte Häuser. Metropolis und 14 East sind genannte Hochhäuser. Immobilien stiegen auf Sliemas Überlauf. In den Gassen innen stehen weiter Holz-Gallarija und gebogene Eisenbalkone.
Ein voller Tag reicht für The Strand, einen Blick auf Manoel Island von der Brücke und Fähre oder Bus nach Valletta. Zwei oder drei Nächte passen als Hafenbasis. Eine Woche funktioniert, wenn man Sliema, Valletta und Msida als Tage nimmt und diese Stadt als Bett. Allein die Sehenswürdigkeiten von Gżira füllen keine Woche.
Die Stadt ist am Wasser begehbar und inland eng. Keine U-Bahn, keine Straßenbahn. Maltas Busse laufen durch nach Valletta und Sliema; Nummer und Betreiber in der Reisewoche prüfen. Der Flughafen liegt von der Sliema-Seite auf der Straße etwa eine Stunde entfernt, Valletta etwa zwanzig Minuten mit dem Auto. Englisch und Maltesisch sind amtlich. Straßenschilder tragen oft beides.
Familien, die einen Sandstrand wollen, sollen nach Norden schauen. Das Wasser von Gżira ist Hafenwasser, keine Badebucht. Kriminalität ist nach europäischem Maß niedrig, im Rahmen von Malta und Gozo. Allein reisen ist möglich. Paare, die einen Promenadenabend wollen, können nach Sliema gehen, ohne die Stadt in einem nützlichen Sinn zu wechseln. Gżira ist kein stilles Homeoffice-Dorf: Baulärm, Parkdruck und eine dichte Ausländerbevölkerung gehören zum Alltag.
Manoel Island, der Valletta-Hintergrund, ein günstigeres Hafenbett: ja. Eine Strandwoche, eine Adresse in der Festungsstadt, ein leeres Winterdorf: nein. Im Uferstreifen braucht man kein Auto. In diesem Gürtel ist ein Wagen eine Last.
Wie ein Vorort den Namen einer Insel nahm
Das Wort Gżira heißt Insel. Die Stadt ist nach Manoel Island benannt, einst Bischofsinsel, Isola del Vescovo, Besitz der Kathedrale von Mdina. 1643 baute Großmeister Lascaris dort ein Lazarett gegen Pest und Cholera. Cottoner fügte 1675 Betten, eine Kapelle und einen Friedhof hinzu. Die Insel trug den Namen Großmeister António Manoel de Vilhenas, der in den 1720ern Fort Manoel baute. Das Fort wird dem Architekten Tigné zugeschrieben, mit Änderungen von Mondion, der unter den Mauern liegt. Der Orden beherbergte bis zu fünfhundert Soldaten. Eine geplante Festungsstadt auf der Insel wurde nie gebaut.
Die Stadt Gżira wuchs später. Eine Villa für Chevalier Jacob Tagliaferro Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, dann ein Arbeitervorort von Sliema. Bis in die 1970er hatte der Strand Bars, darunter Snake Pit, Britannia und Granada. Dieser Handel endete, als die britischen Streitkräfte Malta am 31. März 1979 verließen. Die Pfarreigeschichte ist lokal und konkret: Steine auf eine geschlossene Bar am 10. Juli 1902 ließen einen Stein im zerbrochenen Glas eines Madonnenbildstocks, ohne das Bild zu treffen. Eine Kapelle folgte, 1913 Vizepfarrei, am 15. Mai 1921 volle Pfarrei. Die Kirche entstand 1921 bis 1935, Our Lady of Mount Carmel, Fest am zweiten Julisonntag. Im Zweiten Weltkrieg war Manoel Island HMS Talbot oder HMS Phoenicia. Die Antoniuskapelle traf im März 1942 ein Volltreffer. Das Fort steht seit 1998 mit anderen Hafenwerken der Ritter auf Maltas UNESCO-Tentativliste. Die Restaurierung Anfang des einundzwanzigsten Jahrhunderts ließ es in gutem Zustand. Eine bewachte Sperre auf der Insel macht weiter klar, dass der größte Teil des Bodens kein öffentlicher Park ist.